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Konzerte

Coroner, Schizophrenia, Tar Pond, Hamburg Knust


Coroner, Schizophrenia, Tar Pond, Hamburg Knust

Endlich gibt es mal wieder eine Package mit drei Bands, die sehr unterschiedliche Stile spielen. Ich bin sehr gespannt auf CORONER, war Dissonance Theory mein Album des Jahres 2025 und das letzte Mal, dass ich sie live gesehen habe, war am 07.11.1993 auf der Tour mit POLTERGEIST.

Später als angekündigt öffnen sie die Tore des Hamburger Knust, so haben TAR POND schon begonnen, als ich den Saal betrete. Beim Blick auf die Bühne könnte die Verzögerung am Einlass daran gelegen haben, dass die Nebelmaschine erstmal 30 Minuten auf Stufe 11 laufen musste, ehe es losgeht. Die mit Nebel und rotem Licht erzeugte Stimmung passt aber hervorragend zum Sonic Doom ‘n‘ Gloom der Eidgenossen. Die 30 Minuten Spielzeit reichen genau für drei Songs und Sänger Thomas Ott scherzt bei der einzigen Ansage, dass sie nur so langsam spielen, damit die anderen Bands schneller wirken. Mich überzeugt der Sound, gerade weil die Jungs immer wieder ordentlich Punch haben. Ex Coroner Drummer Markus Edelmann schont Becken und Felle nicht. Und auch die Vocals wechseln von einem Gothic Stil bis in aggressivere Gefilde. Ein wirklich gelungener Einstieg in den Abend, der nebenbei beweist, dass der Split von Coroner und Markus Edelmann im Guten verlaufen ist.

Nach einer kurzen Umbaupause kommen SCHIZOPHRENIA auf die Bühne. Das Quartett hat sich, was das Touren angeht, mehr als ein Fleißbienchen verdient. Das ist irgendwie Fluch und Segen zugleich. Die erste EP der Belgier hat mich begeistert und so freue ich mich, dass es ´Schizophrenia´ und ´Structures Of Death´ in die Setlist geschafft haben. Das ist wirklich starker Death Thrash. Mit der Zeit wurde der Thrash Anteil immer weiter ausradiert uns heute spielen die Jungs guten aber keinen wirklich besonderen Death Metal. Auch wenn ´Maze Of Torment´ einer meine Lieblingssongs von Morbid Angel ist, könnte die Coverversion im Set mal ausgetauscht werden. Ich habe sie jetzt zum dritten Mal gehört. Zu Beginn gibt es eher wohlwollenden Nicken im Publikum, nach etlichen Aktivierungen steigt die Stimmung etwas. Fraglich ist, wie viel Drummer Lorenzo davon mitbekommt, dessen Aufbau des Drumkits an eine Wagenburg erinnert. Bei der Positionierung der Becken geht es wohl eher um Show als um ergonomisches Drumming. Ein solider Gig, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Schon beim Intro des aktuellen CORONER Albums steigt die Stimmungskurve rasant. Es braucht auch keine Aufforderungen, damit zwischen den Songs immer wieder „Co-ro-ner“ skandiert wird. Wie oft üblich steigen auch die Schweizer mit dem Opener des aktuellen Albums ein. Zu Beginn ist der Sound noch nicht ganz ausgepegelt, die Synthesizer sind zu laut. Der Tonmann bekommt das aber schnell in den Griff und so drückt schon das folgende ´Sacrificial Lamb´ fett aus den Boxentürmen. Im Gegensatz zu anderen Bands fällt das Fehlen der zweiten Gitarre nicht negativ auf. Bass und Syntesizer lassen keine Löcher im Sound aufkommen. Im Gegenteil, der großartige Basslauf bei Gitarrensolo von ´ Metamorphosis´ ist gut hörbar und ein Beispiel für die Schmankerl, die CORONER immer wieder an Bord haben.
CORONER haben ja aufgrund der Komplexität der Songs viele Fans und Ansehen gewonnen. Mir kommt dabei oft etwas zu kurz, dass das Trio auch unglaublich gut riffen kann. Das Eröffnungsriff von ´Divine Step (Conspectu Mortis)´ könnte problemlos jede PRONG Platte bereichern. Ich will jetzt gar nicht alle Songs einzeln abfeiern. Erstaunlich ist, dass der Gig wie aus einem Guss klingt, obwohl zwischen dem Erscheinen einzelner Songs fast 40 Jahre liegen. Und auch die beiden Tracks des unter Fans viel diskutierten ´Grin´ Albums fügen sich gut ein, allerdings finde ich immer noch, dass ´ Serpent Moves´ etwas kürzer gehalten werden könnte. Mit meinem CORONER Lieblingssong ´Symmetry´ und ´Renewal´ kommen noch zwei weitere Tracks des neuen Albums zu Live-Ehren. Ich hätte gerne noch ´Transparent Eyes´ gehört, will aber auch nicht maßlos werden. Nach angenehm kurzer Abwesenheit macht das Trio dann mit ´Reborn Through Hate´ und ´Die By My Hand´ den Deckel auf einen Gig, der die Fans mit einem sehr zufriedenen Grin(sen) im Gesicht in die Nacht entlässt. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Album und hoffe, dass es nicht wieder 33 Jahre dauert, bis ich die Jungs wieder live sehe.

Spielzeit
80 Minuten
Headliner
Coroner
Besucherzahl
500
Setlist Coroner:

Consequence
Sacrificial Lamb
Divine Step (Conspectu Mortis)
Serpent Moves
Masked Jackal
Symmetry
Semtex Revolution
Tunnel Of Pain
Metamorphosis
Grin (Nails Hurt)
Renewal

Zugaben:
Reborn Through Hate
Die By My Hand