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Konzerte

Heaven Shall Burn - Westand Braunschweig, 03.08.2026

©Carsten Brand

Heaven Shall Burn - Westand Braunschweig, 03.08.2026

„Die Stürme rufen dich, hier und jetzt muss es geschehen…“

Diesem Aufruf aus Heaven Shall Burns „Die Stürme Rufen Dich“ vom Album Veto folgten am vergangenen Montagabend gut 1000 begeisterte Metalheads ins beschauliche Braunschweiger Westand. Der ehemalige Bahnhof bot sich nach mehr als 21-jähriger Abstinenz in der Löwenstadt als perfekter Ort für die aktuell stattfindende „Heimat Over Europe Club Tour 2026“ an.

Nachdem im Frühjahr 2026 bereits die großen Hallen und Arenen in Europa und dem Vereinigten Königreich bespielt wurden, war und liegt der Fokus aktuell eher auf den kleinen Locations.

Mit im Gepäck haben die fünf Thüringer hierbei Sanguisugabogg sowie 200 Stab Wounds.

Bei sommerlichen 30 Grad versammelten sich bereits gut 2 Stunden vor Veranstaltungsbeginn die ersten Hardcore-Fans, um sich einen möglichst guten Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Während andere Bands scheinbar immer mehr zur Gewinnmaximierung aufgestellt zu sein scheinen, haben sich die Metalcore-Legenden bewusst für eine kleine Club-Tour und gegen extra Packages wie Early Entry oder Meet and Greet entschieden.

Umso erfreulicher war es für die knapp 30 bereits anwesenden Fans, dass sich Gitarrist und Produzent Alexander „Ali“ Dietz zu Ihnen auf eine kleine Unterhaltung gesellte und sie zeitgleich mit Wasser zur Erfrischung versorgte.

Pünktlich um 19 Uhr dann der Einlass gefolgt von der ersten Band um 19:30.

200 Stab Wounds

Die Clevelander von 200 Stab Wounds heizten dem Publikum mit ihrem aktuellen Album „Manual Manic Procedures“ im Gepäck ordentlich ein.

Besonders beim Anblick von Basser Ezra Cook in Jeans Hotpants mit Cowboystiefeln fühlte sich der eine oder andere Besucher sicher deutlich an den viel zu früh verstorbenen Lemmy Killmister von Motörhead erinnert.

Nach einer soliden, ca. 30-minütigen Show hieß es dann Bühnenumbau für den zweiten Act des Abends. Die notwendige Pause nutzte die Mehrzahl der Besucher, um der Enge und der gestiegenen Temperatur der kleinen Halle zu entkommen.

Sehr zum Nachteil der nun folgenden Sanguisugabogg.

 

Sanguisugabogg

Die ebenso aus dem amerikanischen Cleveland angereisten Death Metaller sahen sich zuerst einer nur halb gefüllten Halle gegenüber.

Nachdem die ersten Töne und Growls allerdings verstummt waren füllte sich die Halle zügig.

Die nun anwesenden Fans erwartete kompromissloser, brutaler Old-School-Death-Metal mit splatterhaften und grotesken Texten, welche perfekt zum Bandnamen "Sanguisugabogg" passen. Dieser setzt sich aucs dem lateinischen Wort sanguisuga (Blutegel/Blutsauger) sowie dem Nachnamen des ehemaligen Gründungsmitglied Cameron Boggs (bzw. dem englischen Slangwort bog für Toilette zusammen). So ergibt sich die passende Übersetzung „blutsaugenden Toilette“. Nach sieben, teils sehr grafischen Songs räumten die drei Musiker um Devin Swank dann die Bühne für die Stars des Abends.

Heaven Shall Burn

Pünktlich um Viertel nach Neun dann die ersten Klänge des Heaven Shall Burn Intros. Die Stimmung in der Halle begann umgehend zu kochen, schließlich musste die 800 Fans beweisen dass Braunschweig auch auf zukünftigen Touren ein würdiger Zwischenstopp ist.

Eröffnet wurde der Saunagang der besonderen Art mit dem Song „Counterweight“ vom Album Deaf To Our Prayers welches passenderweise dieses Jahr seinen 20ten Geburtstag feiert.

Spätestens bei den ersten Tönen dieses schon fast ikonischen Songs war klar dass dies eine besondere Show wird. Im Laufe der nächsten gut 75 Minuten gab es eine bunte Mischung klassischer HSB Sounds auf die Ohren. Klar lag der Fokus mehr auf den beiden letzten Veröffentlichungen „Heimat“ sowie „Of Truth&Sacrifice“ dennoch konnte sich keiner der Anwesenden beschweren.

Wer auf die Coverversion des Blind Guardian Klassikers „Valhalla“ gewartet hatte, wurde leider enttäuscht. Dieser fiel mutmaßlich der sowohl der Ansprache zum Thema sterbende Clubkultur sowie dem „Hydration Break“ zum Opfer, welche kurz vor der Zugabe noch durchgeführt wurde. Schließlich musste Marcus „Molle“ Bischoff und die anderen Musiker mehr als einmal ihre Kleidung regelrecht auswringen und ihre Instrumente trockenwischen. Auch im Publikum zeigten die hohen Temperaturen ihre Wirkung, bis zum von der Decke tropfenden Kondenswasser.

Alles in allem ein gelungener Konzertabend von denen es gerne wieder öfter, welche in Braunschweig geben könnte. Ein besonderer Dank geht daher an die Braunschweiger Undercover GmbH die das Konzert möglich gemacht hat.



Heimat Over Europe Club Tour 2026


Spielzeit
75:00 Min
Headliner
Heaven Shall Burn
Besucherzahl
800
200 Stab Wounds - Start 19:30
  1. Symbolic in Glory
  2. Fatal Reality
  3. Defiled Gestation
  4. Masters of Morbidity
  5. Hands of Eternity
  6. Itty Bitty Pieces
  7. Skin Milk
  8. Tow Rope Around the Throat
Sanguisugabogg - 20:15

  1. Rotted Entanglement
  2. Face Ripped Off
  3. Feening for Bloodshed
  4. Skin Cushion
  5. Abhorrent Contraception
  6. Dragged by a Truck
  7. Dead as Shit

Heaven Shall Burn - 21:15 Uhr
  1. Counterweight
  2. My Revocation of Compliance
  3. Voice of the Voiceless
  4. Godiva
  5. Confounder
  6. Numbing the Pain
  7. Awoken
  8. Endzeit
  9. Black Tears
    (Edge of Sanity cover)
  10. Übermacht
  11. A Whisper From Above
  12. March of Retribution
  13. Thoughts and Prayers
  14. War Is the Father of All
  15. Tirpitz

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