Livebericht Paradise Lost / Saturnus / Shores of Null im Capitol Hannover
Es ist der 5.3., mein Kollege Jens und ich stehen vorm Capitol in Hannover und freuen uns auf einen coolen Abend mit drei coolen Bands. Naja, zu früh gefreut, denn Shores of Null ziehen mehr oder minder ungehört an uns vorbei. Stattdessen haben wir Spaß mit der Dame am Empfang, die uns erklärt, wir würden nicht auf ihrem Zettel stehen und wenn wir die Gästeliste nicht mit jemandem aus ihrem Haus besprochen haben, dann kann sie da nichts machen. Zum Glück hat eine weitere Presse-Dame ähnliche Probleme und die Telefonnummer vom Tourmanager zur Hand, den ich auch direkt an der Strippe habe, und dann dauert es nur noch wenige Minuten und wir dürfen zu den letzten Akkorden von Shores of Null eintreten. Schade, das, was ich da aus dem Foyer höre, gefällt mir eigentlich recht gut. Hoffentlich ergibt sich die Chance bald wieder...
Nach kurzer Umbau-Pause stehen Saturnus aus Dänemark auf der Bühne. Schleppender Doom/Death wird geboten, die Gitarren reizen die einzelnen wunderschönen Melodien bis ins letzte Detail aus, und die satten Growls, immer mal wieder unterstützt durch Talk-Passagen, komplettieren das Gesamtbild. Ich fühle mich klanglich zurückversetzt ins Jahr 1995, als Anathema das Album "The silent Enigma" herausgebracht haben. Und auch die PA unterstützt dieses Feeling, denn es knackst und britzelt in den Boxen, dass einem Angs und Bange wird. Der Bühnentechniker stürmt nach dem ersten Song von hinten die Bühne und spricht mit dem Schlagzeuger, aber wirklich besser wird es nicht. Zwischendurch wird die PA komplett heruntergezogen, sodass das Publikum mit dem Bühnensound auskommen muss. Das ist zwar nicht schön, aber Saturnus lassen sich ihre sichtbar gute Laune nicht verderben und präsentieren stattdessen ihre Deutsch-Kenntnisse. Nach nur fünf Songs (die dafür aber alle sehr lang) ist das Set leider auch schon wieder vorbei, die Band verabschiedet sich und lädt zum Meet & Greet am Merchandise ein (und das haben sie auch bis zur letzten Sekunde durchgehalten).
Eine weitere überschaubar kurze Umbaupause später starten Paradise Lost durch. Beim letzten Konzert in Hannover im Rahmen des Ultima Ratio Festivals war die Leistung ehrlich gesagt so unterirdisch, dass ich vorzeitig das Weite gesucht habe, was normalerweise gar nicht meine Art ist. Umso gespannter bin ich, wie sich Nick Holmes und die restliche Band präsentieren wird.
Mit ein wenig Sorge um Greg Mackintosh, der aufgrund gesundheitlicher Probleme einen enormen Gewichtsverlust aufweist, warte ich gespannt auf die Band. Ja, Mackintosh sieht nicht gut aus, aber die Performance leidet nicht darunter. Aaron Aedy tänzelt wie immer mit einem fröhlichen Lächeln hin und her, Jeff Singer bleibt hinter seiner Schallschutz-Wand fast unsichtbar (Nebel und Scheinwerfer tun ihr übriges dazu), und auch Steve Edmondson hält sich am Bass eher im Hintergrund. Die Front ist für Mackintosh, Aedy und natürlich Nick Holmes vorbehalten. Letzterer kommt diesmal ohne Sonnenbrille auf die Bühne, scheint auch gut gelaunt zu sein und ist stimmlich tatsächlich ziemlich gut dabei.
Paradise Lost ist als Live-Band eher eine Wundertüte, mal gut, mal schlecht, mal richtig mies, und Nick Holmes macht es einem da auch nicht unbedingt leichter mit seinen manchmal schon fast komplett ausbleibenden Ansagen. Heute hat er einen guten Tag und ist redselig. Sie seien Paradise Lost, aber das sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, scherzt er. Ebenfalls verweist er darauf, dass sie ein paar alte Songs spielen würden, weil sie eben auch eine ganze Menge davon hätten. Kein Wunder, schließlich ist "Ascension" das mittlerweile 17. Studioalbum der Band. Also was spielt man, wenn man gerade das aktuelle Album betourt, aber eigentlich genug Hits in der Hinterhand hätte, um ganze Abende zu füllen? Man muss aussieben. Und so bleiben fast schon erwartungsgemäß Lost Paradise und Gothic sowie Symbols of Life, Paradise Lost, The Plague Within und Medusa komplett ungehört. Der Schwerpunkt der Songs liegt natürlich auf Ascension, aber auch der Rest kann sich absolut sehen lassen. Mit "Say just words" wird das offizielle Set beendet, um dann noch einmal mit No Celebration, Ghosts und Silence like the grave zurückzukommen. Die geringste Gegenliebe erhält die Band wohl für Mouth, aber die Band hat eine so breite Fangemeinde über die Jahre gesammelt, dass man es natürlich nicht mit jedem Song auch jedem recht machen kann. Die Soundprobleme von Saturnus sind übrigens inzwischen gelöst, sodass man einen richtig satten Sound genießen kann, und auch die Backtracks vom Gesang sind so dezent eingesetzt, dass man es nur an manchen Stellen tatsächlich direkt merkt. Es hat auf jeden Fall nicht das Playback-Flair vom Ultima Ratio Auftritt.
Letztendlich ein absolut gelungener Abend, wobei mir Saturnus von der Spielfreude her sogar noch mehr Spaß gemacht haben als Paradise Lost!
Nach kurzer Umbau-Pause stehen Saturnus aus Dänemark auf der Bühne. Schleppender Doom/Death wird geboten, die Gitarren reizen die einzelnen wunderschönen Melodien bis ins letzte Detail aus, und die satten Growls, immer mal wieder unterstützt durch Talk-Passagen, komplettieren das Gesamtbild. Ich fühle mich klanglich zurückversetzt ins Jahr 1995, als Anathema das Album "The silent Enigma" herausgebracht haben. Und auch die PA unterstützt dieses Feeling, denn es knackst und britzelt in den Boxen, dass einem Angs und Bange wird. Der Bühnentechniker stürmt nach dem ersten Song von hinten die Bühne und spricht mit dem Schlagzeuger, aber wirklich besser wird es nicht. Zwischendurch wird die PA komplett heruntergezogen, sodass das Publikum mit dem Bühnensound auskommen muss. Das ist zwar nicht schön, aber Saturnus lassen sich ihre sichtbar gute Laune nicht verderben und präsentieren stattdessen ihre Deutsch-Kenntnisse. Nach nur fünf Songs (die dafür aber alle sehr lang) ist das Set leider auch schon wieder vorbei, die Band verabschiedet sich und lädt zum Meet & Greet am Merchandise ein (und das haben sie auch bis zur letzten Sekunde durchgehalten).
Eine weitere überschaubar kurze Umbaupause später starten Paradise Lost durch. Beim letzten Konzert in Hannover im Rahmen des Ultima Ratio Festivals war die Leistung ehrlich gesagt so unterirdisch, dass ich vorzeitig das Weite gesucht habe, was normalerweise gar nicht meine Art ist. Umso gespannter bin ich, wie sich Nick Holmes und die restliche Band präsentieren wird.
Mit ein wenig Sorge um Greg Mackintosh, der aufgrund gesundheitlicher Probleme einen enormen Gewichtsverlust aufweist, warte ich gespannt auf die Band. Ja, Mackintosh sieht nicht gut aus, aber die Performance leidet nicht darunter. Aaron Aedy tänzelt wie immer mit einem fröhlichen Lächeln hin und her, Jeff Singer bleibt hinter seiner Schallschutz-Wand fast unsichtbar (Nebel und Scheinwerfer tun ihr übriges dazu), und auch Steve Edmondson hält sich am Bass eher im Hintergrund. Die Front ist für Mackintosh, Aedy und natürlich Nick Holmes vorbehalten. Letzterer kommt diesmal ohne Sonnenbrille auf die Bühne, scheint auch gut gelaunt zu sein und ist stimmlich tatsächlich ziemlich gut dabei.
Paradise Lost ist als Live-Band eher eine Wundertüte, mal gut, mal schlecht, mal richtig mies, und Nick Holmes macht es einem da auch nicht unbedingt leichter mit seinen manchmal schon fast komplett ausbleibenden Ansagen. Heute hat er einen guten Tag und ist redselig. Sie seien Paradise Lost, aber das sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, scherzt er. Ebenfalls verweist er darauf, dass sie ein paar alte Songs spielen würden, weil sie eben auch eine ganze Menge davon hätten. Kein Wunder, schließlich ist "Ascension" das mittlerweile 17. Studioalbum der Band. Also was spielt man, wenn man gerade das aktuelle Album betourt, aber eigentlich genug Hits in der Hinterhand hätte, um ganze Abende zu füllen? Man muss aussieben. Und so bleiben fast schon erwartungsgemäß Lost Paradise und Gothic sowie Symbols of Life, Paradise Lost, The Plague Within und Medusa komplett ungehört. Der Schwerpunkt der Songs liegt natürlich auf Ascension, aber auch der Rest kann sich absolut sehen lassen. Mit "Say just words" wird das offizielle Set beendet, um dann noch einmal mit No Celebration, Ghosts und Silence like the grave zurückzukommen. Die geringste Gegenliebe erhält die Band wohl für Mouth, aber die Band hat eine so breite Fangemeinde über die Jahre gesammelt, dass man es natürlich nicht mit jedem Song auch jedem recht machen kann. Die Soundprobleme von Saturnus sind übrigens inzwischen gelöst, sodass man einen richtig satten Sound genießen kann, und auch die Backtracks vom Gesang sind so dezent eingesetzt, dass man es nur an manchen Stellen tatsächlich direkt merkt. Es hat auf jeden Fall nicht das Playback-Flair vom Ultima Ratio Auftritt.
Letztendlich ein absolut gelungener Abend, wobei mir Saturnus von der Spielfreude her sogar noch mehr Spaß gemacht haben als Paradise Lost!
05.03.2026
Capitol Hannover
Headliner
Paradise Lost
Saturnus
The Storm Within
Empty Handed
Forest of Insomnia
I Long
Christ Goodbye
Paradise Lost
Serpent on the Cross
Tragic Idol
True Belief
One Second
Once Solemn
Faith Divides Us – Death Unites Us
Pity the Sadness
Salvation
Nothing Sacred
Tyrants Serenade
Requiem
Mouth
Say Just Words
No Celebration
Ghosts
Silence Like the Grave
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