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Clawfinger - Before We All Die

VÖ: 20. Februar 2026   •   Label  perception

Ein wütendes, schwarzhumoriges Statement zum Status quo einer brennenden Welt

Die schwedischen Crossover-Pioniere CLAWFINGER kehren mit „Before We All Die“ zurück auf die Bildfläche und beweisen erneut, dass ihre Mischung aus Industrial Metal, HipHop und politischem Bewusstsein auch nach über drei Jahrzehnten Bandgeschichte nichts von ihrer Relevanz und Glanz verloren hat.

„Wir sind zurück – nicht um die Welt zu retten, sondern um kompromisslos zu schreien, während sie brennt.” Mit dieser unmissverständlichen Ansage eröffnet die Band ihr achtes Studioalbum und zudem erstes seit 18 Jahren. Was andere als triumphales Comeback inszenieren würden, präsentieren CLAWFINGER als das, was es ist: ein wütendes, schwarzhumoriges Statement zum Status quo einer brennenden Welt.

Sänger Zak Tell und seine Mitstreiter bleiben sich auch auf „Before We All Die“ treu: prägnante, maschinenartige Riffs treffen auf die für CLAWFINGER typischen rhythmisch, abgehackten Vocals des 55jährigen Schwedens. Die Produktion klingt dabei überraschend frisch und zeitgemäß, ohne die charakteristische Rauheit zu verlieren, die CLAWFINGER seit jeher auszeichnet.

Der Eröffnungstrack „Going Down (Like Titanic)” offenbart bereits die Richtung für das gesamte Album: das Schiff sinkt, doch alle feiern noch an Deck und tun so, als wäre alles in Ordnung. Diese Metapher durchzieht das gesamte Werk wie ein roter Faden. „Big Brother” nimmt, wie sich schon vermuten lässt, die Themen künstlicher Ruhm und Reality-TV aufs Korn, während „Environmental Patients“ der Menschheit einen unheilbaren Fall von Egoismus diagnostiziert, mit einer alles andere als rosigen Prognose. Bei den Tracks „Scum“ und „Tear You Down“ wird es dagegen persönlich: hier dreht es sich um korrupte Politiker und rechte Demagogen. Hier zeigt sich erneut, dass CLAWFINGER auch 2026 kein Blatt vor den Mund nehmen werden. Die Band setzt ihre Tradition fort, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Trotz aller Düsternis verlieren CLAWFINGER nie ihren schwarzen Humor. Die Selbstironie, mit der sie ihre eigene Geschichte erzählen („Waren unsere ersten Demos gut? Sagen wir einfach, sie waren … gemischt“), findet sich auch in den Songs wieder. Es ist dieser Humor, der verhindert, dass das Album in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Stattdessen entsteht eine fast trotzige Lebendigkeit: „Wir gehen vielleicht unter wie die Titanic, aber wenigstens tun wir es lautstark.“

Langjährige Fans werden sich mit dem neuen Werk sicher sofort heimisch fühlen, da auch 2026 die DNA der Band unverkennbar herauszuhören ist. Gleichzeitig wirkt das neue Album nicht wie eine bloße Wiederholung vergangener Glanzmomente. CLAWFINGER schaffen es, ihre Formel zu bewahren und dennoch nicht stagniert zu klingen. Nach 18 Jahren Pause hätte man befürchten können, dass die Band den Anschluss verloren hat. Das Gegenteil ist der Fall: selten war ihre Musik relevanter und zeitgemäßer.

„Before We All Die‘ ist zusammengefasst ein starkes Statement einer Band, die weiß, wer sie ist und was sie zu sagen hat. In einer Zeit, in der viele Acts ihrer Generation entweder verstummt sind oder sich selbst parodieren, liefern CLAWFINGER ein Album ab, das Haltung zeigt. Kein revolutionärer Neuanfang, aber ein überzeugendes Lebenszeichen mit Substanz - quasi der Beweis, dass „gut gealterte Jungs mit Gitarren“ noch immer verdammt viel zu sagen haben.

CLAWFINGER bleiben auch deswegen weiterhin im Crossover relevant, weil sie nie aufgehört haben, präsent zu sein. Willkommen zurück an Deck der sinkenden Titanic – die Party kann beginnen!

Clawfinger - Going Down (Like Titanic) Official Lyric Video
 
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