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Cyhra - Requiem For A Pipe Dream

VÖ: 05. Juni 2026  •   Label  Reigning Phoenix Music RPM

Cyhra - Requiem For A Pipe Dream

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Cyhra haben jetzt mit „Requiem For A Pipe Dream“ ihr viertes Studioalbum auf die große weite Metal-Welt losgelassen. Und was die Herrschaften mit Album Nr. 3 „The Vertigo Trigger“ abgeliefert haben, führen sie nun auf Album Nr. 4 fort. In nahezu unveränderter Besetzung sind die Schweden in den letzten 10 Jahren seit ihrer Gründung recht fleißig gewesen und hatten mit ihrem Debüt „Letters To Myself“ einen absoluten Kracher abgeliefert.

Jesper Strömblad (der ja auch immer noch aktiv am Songwriting bei The Halo Effect mitwirkt) scheint dabei selbst nach den vielen Hits, die er lange vorher für In Flames geschrieben hat, immer noch reichlich Ideen für gute Riffs und gute Songs zu haben. Und Jake E. Lundberg, der sich bekanntermaßen damals bei Amaranthe als dritter Sänger nicht mehr wohl fühlte, hat umso mehr ein Händchen für tolle Melodien und Hooklines.

So auch beim neuen Album, welches beim Opener „Bleed With Pride“ sofort erkennen lässt, wer hier der Riffmaster ist. So muss der allseits bekannte und betitelte „Göteborg-Sound“ klingen! Nimmt man z. B. „Miss Me When I'm Gone“, kommt die experimentelle Seite der Band zum Tragen, wo dann auch mal Sounds und Rhythmen aus dem Elektro-Pop benutzt werden. Wogegen dann „Ghostbound“ wieder mit dem typischen Jesper-Strömblad-Riffing startet und in einen Midtempo-Strophenpart übergeht, um im Refrain wieder voll auf die Zwölf zu geben. Dass Metalbands die besten Balladen schreiben, sollte hinlänglich bekannt sein. Da bilden auch Cyhra keine Ausnahme und schicken mit „In The Center Of A Miracle“ eine weitere Metal-Ballade in den Äther. Über Schmalz, Kitsch und/oder übertriebenen Bombast bei solchen Songs lässt sich unendlich streiten, was aber nichts an der Hammer-Hookline bei dieser Nummer ändert!
Jake E. hat einfach die perfekte Stimme für solche Songs. Und Hip-Hop kann er auch: Die kleinen stilistischen Abweichler in „Skin From Bones“ sind zwar sehr gewagt, passen aber trotzdem gut in den Song. Ebenso das gesangliche Gastspiel von Lost Societys Samy Elbanna in „Hold Your Fire“. Wer es gesanglich härter mag, wird diesen Song sicherlich besonders mögen. Ob nun bei Songs wie „Ghost I'm Meant To Be“, „Ghostbound“, „Mark Of My Sins“ oder auch „Box With Spirits“ – die Handschrift namens Cyhra ist überall wiederzuerkennen. Immer wieder geile Riffs, tolle Gesangsmelodien und natürlich eine fette Produktion, wie sie heutzutage nicht mehr wegzudenken ist.

Wer einen Anspieltipp braucht, sollte „Venom In Me“ vorziehen. Da ist alles drin! Bands entwickeln sich weiter, experimentieren eventuell herum oder bleiben ihrer Linie treu. Cyhra haben sich auf „Requiem For A Pipe Dream“ sicherlich nicht neu erfunden, aber experimentiert und sind ihrer Linie trotzdem so treu geblieben, dass jeder Song sofort dieser Band zugeordnet werden kann. Ein mehrfaches Durchhören der Scheibe ist auf jeden Fall empfehlenswert, da sich nicht alles beim ersten Durchgang entfaltet. Songs mit einem extremen Hitcharakter wie z. B. „Here To Save You“, „Inside A Lullaby“ oder „Heartrage“ vom Debüt „Letters To Myself“ oder auch „Halos In Hell“ und „Battle From Within“ vom Album „No Halos In Hell“ sind vielleicht nicht mit dabei, aber solche Kracher schreibt man halt auch nur einmal.