
Strikehammer – Midnight Inferno
Manchmal gibt es Bands, die einem theoretisch gar nicht gefallen dürften. So werden STRIKEHAMMER mit Referenzen zu DARK THRONE, MIDNIGHT, AURA NOIR, HELLRIPPER, BÜTCHER & Co. beworben. Keine dieser Bands findet in der Regel den Weg in meinen Player… und doch begeistern mich STRIKEHAMMER!
Man nennt diese Art von Musik wohl Blackened Speed Metal. Auf jeden Fall bewegt sich das Trio aus Palermo irgendwo zwischen alten VENOM, MOTÖRHEAD und METALLICAs „Kill ´Em All“. Die drei Italiener rotzen ihre Speed Metal Riffs schmutzig und vor Schweiß und Blut triefend aus den Boxen. Dazu kommt eine 80er Jahre Produktion, die dort anfängt, wo VENOM begannen, zu poliert zu klingen. Doch auf „Midnight Inferno“ findet man mehr als nur pure Nostalgie. Gitarrist Warrior zelebriert auf seiner Klampfe keinen Black Metal, sondern eher traditionelle Rock Licks und Riffs, die bis zum Speed Metal gesteigert werden. Doch was die Band besonders macht, sind die eingängigen Refrains wie in „Street Demons“, „Midnight Inferno“ oder „Inglorious“. Es fasziniert, wie man gleichzeitig so abgefuckt und eingängig klingen kann. Dies haben STRIKEHAMMER Bands wie CRANIUM, die in den 90ern mit Veröffentlichungen wie „Speed Metal Satan“ um Aufmerksamkeit buhlten, voraus, denn „Midnight Inferno“ klingt trotz aller Ruppigkeit differenziert und druckvoll. Und über allem liegt ein tiefschwarzer Mantel, der den Hörer sofort glauben lässt, dass die drei Herren im Kettenhemd und mit Fackeln durch die Straßen ihrer Heimat ziehen. Neben schnellen Nackenbrechern wie „Warspeed“ oder auch „Dangerous Metal“ drosseln STRIKEHAMMER auch immer wieder das Tempo („I Am the Crossburner“, „Street Demons“), so dass „Midnight Inferno“ nicht zu einem eintönigen Hochgeschwindigkeits-Gedresche verkommt.
Mit „Midnight Inferno“ haben STRIKEHAMMER ein bemerkenswertes Debüt vorgelegt, welches sich vor VENOMs „Into Oblivion“ nicht zu verstecken braucht. Im Gegenteil, mit Songs wie „Inglorious“, „Perdition Rite“ oder „Street Demons“ haben die Italiener sogar die stärkeren Songs im Gepäck. Die Jungs muss man auf jeden Fall im Auge behalten. Ein starkes Stück Untergrund!
