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Grant The Sun - Biomes

VÖ: 16. Oktober 2026  •   Label  Mas-Kina Recordings

Grant The Sun - Biomes

Es war wiedermal Neugierde. Das Trio Grant The Sun wurde damit beworben, dass Meshuggah auf Devin Townsend in der norwegischen Wildniss getroffen sei. Meine Interpretation wäre präzise mathematische Rhythmik trifft auf cineastische Klangwelten wo schroffe skandinawische Natur ist - oder endlose Wälder.  
Oh, ja, die Meshuggahbezüge gibt es, allein das Intro und die Strophe von The Taos Hum hat diese Meshuggah'sche Rhythmik. Umbarmherzig mahlend. Refrain und Bridge bringen durch die ganzen Noten und den Ausklang eine Gegenbewegung mit einer Leichtigkeit. Das ist eher Devin Townsend. Die Norweger Grant The Sun debürtierten 2023. Ursprünglich rein instrumental. Biomes hat über weite Strecken weiterhin Gesangloskeit, dennoch steuert Martin Rygge, Gitarrist, die Screams bei, während Markus Lillehaug Johnsen, der Gitarre bzw. Bass spielt, den Klargesang verantwortet. Bis auf Ausnahmen, Long Distance Calling, mache ich seit einiger Zeit eher einen Bogen um reine Instrumentalmusik (im E-Gitarrenkontext). Bei Grant The Sun sind vier reine Instrumentallieder auf das Album Biomes gelangt (Gold, The Taos Hum, Helicona und Speck Of Sand), die sieben übrigen Songs haben, das beschreibt es wohl am Besten, Anteile von Gesang [All Who Wander (mittendrin), Tedium (zu Anfang), A Chemical Floor (das erste Drittel lang), Canopy (mittendrin), Jaguar (innerhalb der ersten Hälfte), Final Breath (im ersten Viertel) und Cinder (am Anfang und am Ende)]. Die Shouts Martin Rygges schneiden sich durch den Mix, die cleanen Parts Markus Lillehaug Johnsens schmiegen sich in den Gesamtsound ein.
Die konzeptionelle Idee der Scheibe dreht sich um den Begriff Zwiespältigkeit. Musikalisch-kompositorisch bedeutet das die Auflösung einer Struktur von Strophe und Refrain, die Erzeugungen einer Atmosphäre fesselnder Klanglandschaften, die Wiederholung von Spannungskurven oder Motiven und dass sich Passagen steigern. Auf der anderen Seite sind es wuchtige Metalriffs, wechselnde Rthythmen, sehr mathematisch-berechnete Arrangements und immer wieder explosive Intensität. Und in der Tat gelingt ihnen vorzüglich die Zwiespältigkeit zu vertonen. Daher ist auch die Werbeaussage sehr gut getroffen. Wenn sie in diesem Verhältnis Gesang-begleitete Songs und Instrumentale zukünftig komponieren, taugt mir die Band. 

Fazit: Grant The Sun sind für mich mit ihrem zweiten Werk Biomes Debütanten. So wie sich hier präsentieren darf es sehr gerne weitergehen.    
Grant The Sun - Cinder

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