Zum Hauptinhalt springen

Heather Nova - The Orchard

VÖ: 30. Oktober 2026  •   Label  V2 Records/Bertus Musikvertrieb

Heather Nova - The Orchard

Mit The Orchard veröffentlicht Heather Nova ihr nunmehr 13. Studioalbum. Wie wird der Obstgarten munden?

Um im Motiv zu bleiben, kann ich vortragen, dass das Obst wohlschmeckend ist, keine Wurmstiche und schon gar keine Überraschungen bietet in Form von Insekten jeglicher Art. Das Subjektiv Überraschung ist hierbei auch nicht so zu verstehen, dass die Musik vorhersehbar ist, oder gar langweilig. Die Kompositionen und Arrangements sind nicht komplex, sondern im positivsten Sinne einfach und eingängig. Wohldosiert. Der Fokus liegt auf dem Liedervortrag. Viel hilft viel ist kein Motto. Puristisch ist es auch nicht, Instrumentierung und Einsatz der Stimme und die Entscheidung zu einfacher Stimme oder Mehrstimmigkeit sind immer songdienlich. Heather Nova ist ein Kontrast, wenn man privat oder redaktionell auch andere Stile/Genres konsumiert, wo Tonspuren und hörbare Frequenzen bis zum Limit (oder Schmerzgrenze) ausgereizt werden. Leider ist das beiliegende Material nicht sehr auskunftsfreudig, wer als Musiker mit welchem Instrument noch mitwirkte. Lediglich der Produzent Tim Bran wird erwähnt, man hört Streicher, die nicht so klingen, als seien sie digital erzeugt, auch das Schlagzeug wirkt organisch natürlich. 
Dass Heather Nova den Hörern eine gänzlich ruhige entschleunigende Kugel vorschiebt, ist auf The Orchard nicht der Fall. New Life ist sehr lebendig, In The Path Of Hurricans ist zwar nicht stürmisch, dennoch uptempo,  On The Train liefert mit dem Beat die Affirmation einer Dampflok. 
Für mich sind aber die getragenen, träumerisch wirkenden Lieder die Highlights: Auch wenn der Opener The Orchard auch in die Riege der schnelleren Nummern des Albums gehört, sind es die Intervalle/Harmonien des zweistimmigen Refrains, die das besungene Küssen im Obstgarden als Teenager als schöne Erinnerung an süße Momente wunderschön musikalisch illustrieren. Verliebt sein und Liebe belebt, und die Erinnerung an solche schönen Momente ist ein freudiger Akt, daher passt dann auch die Taktung des Songs. The Whole Horizon ist gemeinsam mit Sleep in Snow das fast das zerbrechlichste Lied. Magpie wickelt ein. Anchored als Schlusspunkt ist ebenfalls ein herauszustellendes Stück weil es ernsthaft, aber nicht schwer das Gefühl beschreibt, bei sich zu sein, seinen sicheren Hafen gefunden zu haben. 
 
Fazit: Bei der Benotung bleibe ich ohne Überraschung den Punkten treu, die hier ihre vergangenen Veröffentlichungen erzielten. Großartige Musik zum bewussten Verlangsamen der Geschwindigkeit des Lebens.   
Heather Nova - The Orchard