Zum Hauptinhalt springen

Lost Society - Hell Is A State Of Mind

VÖ: 06. März 2026  •   Label  Nuclear Blast

Nachdem Kollege Björn Lause Mitte Januar das neue Album hier angekündigt hatte (https://www.twilight-magazin.de/news/lost-society-kuendigt-neues-album-an-hell-is-a-state-of-mind), habe ich nun die ehrenvolle Aufgabe,

„Hell Is A State of Mind” zu bewerten.

Als Lost Society im Jahr 2010 gegründet wurden, war Thrash das Maß aller Dinge für die Jungs, was sich natürlich in den frühen Songs niedergeschlagen hatte. Spätestens auf dem 2022er „If The Sky Came Down“-Album wurde ja viele neue Töne und Sounds angeschlagen, die den neuen Weg (und damit ein sich Entfernen vom reinen Thrash) ankündigten. Hier und Da mal ein paar Metalcore-Einschläge und sonst viel Groove-Metal. Diesen Weg haben die Finnen auf ihrem neuen Longplayer sogar noch ausgebaut, wenn nicht sogar in eine Richtung gedrückt, welche die Fans aus den ersten Stunden nun endgültig enttäuschen dürfte. Aber Stillstand und die eigene Wiederholung sind ja bekanntlich der Tod. Von daher haben Lost Society die Gunst der Stunde erkannt und mit „Hell Is A State Of Mind“ ein Album erschaffen, auf dem das Rad zwar nicht neu erfunden wird, welches aber in die Zeit passt.  Ich wage sogar zu sagen, dass einige Songs in der Kategorie „Lost Society goes symphonic“ angesiedelt werden dürfen, da dort die Orchester-Arrangements stark im Vordergrund stehen.

Und genau das ist beim Titelsong „Hell Is A State Of Mind“ der Fall. Mit der typischen Härte von Samys´ Gesang, gepaart mit seiner cleanen Stimme ein gelungener Titelsong, dessen Chorus im Ohr hängen bleibt!

Hier hat sich jedenfalls jemand ganz gehörig „orchestral“ ausgetobt.

„Afterlife“ fängt als Opener im Midtempo sehr ruhig mit cleanem Gesang an, bis es im Wechsel einen schnellen Sprechgesang übergeht und von Orchester-Sounds unterstützt wird. Wer im Vorfeld bereits das Video zu „Blood Diamond“ auf Youtube angesehen hat, weiß, dass einem fast schon in Nightwish-Manier im Intro die Streicher um die Ohren gehauen werden, untermalt von einem stampfenden Gitarrenriff. Bei „Synthetic“ gibt’s dann zur Abwechslung mal das klassische zweistimmige Gitarrensolo und Industrial-Sounds. Ein cooler auf die Fresse Song, bei dem es live sicherlich einen Circle-Pit geben wird. Dass der Band auf dem letzten Album „If The Sky Came Down“ bereits Anleihen von Linkin´Park unterstellt wurden, kann ich bei „Is This What You Wanted“ nur bestätigen. Auf jeden Fall ein Anspieltipp!

Nach einem Akkustik-Gitarren-Intro stampft „Kill The Light“ wie Accepts „Princess Of The Dawn“ los und verrät am Ende, wie der Song live gespielt werden wird. „No Longer Human“, ein weiterer ruhiger Song im Linkin´Park Style mit fetter Orchester-Untermalung. Zwei richtig fette Groove-Metal Songs sind den Finnen mit „Dead People Scare Me (But The Living Make Me Sick)“ und „Personal Judas“ gelungen. „Dead People Scare me…“ wurde ja schon im Mai 2025 inkl. Video veröffentlicht. Wer es sich damals bereits angesehen/angehört hat, weiß was ich meine.

Ein gelungenes Album, das sehr melodisch und groovy geworden ist und die nötige Portion an Härte trotzdem nicht fehlen lässt.

Die vielen ruhigen Parts zeigen zudem die ruhige Seite eines sonst eher flippigen Samy Elbanna. Wie gesagt, die Thrash- und „Knüppel aus dem Sack“-Ära bei Lost Society ist vorbei.

„Hell Is A State Of Mind“ darf auf jeden Fall als eine Art musikalische Zeitenwende für Lost Society betrachtet werden.

 
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren  
Hinweis

Eine Ablehnung wird die Funktionen der Website beeinträchtigen. Möchten Sie wirklich ablehnen?