
Michael Bormann’s Jaded Hard – South West
VÖ: 02. Oktober 2026 • Label Pride & Joy Music
Michael Bormann’s Jaded Hard – South West
Es ist hilfreich, im Leben einen Kompass zu haben. Michael Bormanns Kompassnadel zeigte seit jeher auf M wie Musik. Dieser Passion folgte der gebürtige Duisburger und hielt an seinen musikalischen Visionen fest, auch wenn der Weg manchmal uneben und steinig war.
Mit „South West“ legt der „deutsche Bon Jovi“ das mittlerweile dritte Album seiner aus der Not geborenen Band JADED HARD vor. Dass Bormann den Ruf als Deutschlands Pendant von Jon BON JOVI nicht umsonst genießt, wird während des gesamten Albums deutlich, ganz besonders aber zu Beginn von „That’s The Only Truth“, welches vor allem anfangs unweigerlich an Jon Bon Jovis „Blaze of Glory“ erinnert. Aber natürlich bedient Bormann mit seiner rockerprobten Reibeisenstimme, den großen Melodien und kernigen Riffs auch alle Fans von Bands wie BANGALORE CHOIR, frühen BONFIRE oder PAUL SABU. Mit mehr als 50 veröffentlichten Alben und über 3000 Songs ist Bormann längst an einem Punkt angelangt, an dem er niemandem mehr etwas beweisen muss. Und so verfolgt er auch auf „South West“ konsequent den Weg der letzten beiden Alben sowie der ersten JADED HEART-Alben weiter. Und so lebt die, Mitte der 90er Jahre entstandene Vision von eingängigem, gefühlvollem und doch (hard-)rockigem AOR-Hard-Rock seit 2017 in MICHAEL BORMANN’s JADED HARD weiter.
Ich gebe zu, dass ich einige Zeit mit „South West“ gefremdelt habe, doch es zeigt sich mal wieder, dass jede Musik ihre Zeit und die richtige Gefühlslage benötigt, um den Hörer zu erreichen. Und so ist es auch mit diesem Album geschehen. Keinen Bock auf Death Metal. Punk Rock, nein danke. Power Metal – muss gerade nicht sein. Da ploppte „South West“ wieder einmal auf und erwies sich in dem Moment als genau die richtige Mucke, um sich an schönen Spätsommer-/Herbsttagen durch den Alltagsstress zu schleppen. Bormann öffnet mit seinem dritten Album, welches offenbar bereits 2025 erscheinen sollte, mal wieder die 80er-Jahre-AOR-Hard-Rock-Schatzkiste und Liebesschwüre wie „Kissed by You“, das kraftvolle „There’s No Living Without You“ oder das verträumte, an WHITESNAKE erinnernde „Stop Those Rainy Days“ lassen das Herz eines jeden Hardrockers aufgehen. Aber natürlich schreit Bormanns kraftvolle Stimme regelrecht auch nach ruhigen Momenten, die man mit der gefühlvollen Ballade „I’m A Liar“ oder dem abschließenden, sehr persönlichen „Cheers To“ auch bekommt.
Der größte Unterschied zu den beiden Vorgängern liegt vielleicht im Sound. „South West“ klingt wärmer und dadurch vielleicht ein bisschen weniger differenziert. Dazu passt aber auch das in Brauntönen gehaltene Artwork, welches ebenfalls weniger kühl wirkt als das von „Feels Like Yesterday“.
Dass man den eigenen Kompass womöglich auch einmal nachjustieren muss, erlebte Bormann, als er vor gut zehn Jahren als Kandidat bei The Voice Of Germany auftrat. Eine Zeit, die er auf seiner Website mit „Ziel verfehlt“ umschreibt. Umso erfreulicher ist es, dass er mit MICHAEL BORMANN’S JADED HARD zurück auf den richtigen Weg gefunden hat. Wer „South West“ gehört hat, glaubt sofort, dass es Michael Bormann und seinen JADED HARD ernst ist, wenn er sagt: „Musik ist nicht nur mein Beruf, sie ist mein Leben.“
