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Moonlight Haze – Interstellar Madness

VÖ: 22. Mai 2026  •   Label  Scarlet Records

Moonlight Haze – Interstellar Madness

Das Label ist überzeugt, dass MOONLIGHT HAZE den Symphonic Power Metal auf eine neue Ebene gehievt hätten. Mike Borrink vom Rock Hard hingegen spricht den Italienern jedweden eigenen Charakter ab und sieht in der neuesten EP „Interstellar Madness“ nicht mehr als einen Beweis für seine These. Wenn er da mal nicht falsch liegt.

Zunächst möchte ich dem Kollegen entgegenhalten, dass MOONLIGHT HAZE auf der aktuellen EP weniger Symphonic Metal im Sinne von NIGHTWISH, WITHIN TEMPTATION & Co. machen, auch wenn mit Chiara Tricarico eine Frau am Mikro steht. „Lost in Moonlight Symphonies“ orientiert sich eher an frühen RHAPSODY und hält somit die Fahne des italienischen Melodic Power Metal hoch. „We Are Fire“ fällt im Vergleich härter und bodenständiger aus. Den Song musste ich mir jedoch erst etwas erarbeiten. Doch wenn man sich einlässt, dann gefällt auch der groovige Song sehr gut. „Shine“ hingegen geht sofort ins Ohr und sticht für mich aus der Masse stilistisch ähnlicher Veröffentlichungen heraus. Warum? Ganz einfach: Weil ein guter Song eben ein guter Song ist. Und gerade in diesem Punkt muss ich daher dem Rock Hard Kollegen widersprechen. Welche Band ist heutzutage noch so eigenständig, dass man sie sofort erkennt? Derartige Bands kann man doch an beiden Händen abzählen. Und diese Tatsache widerspricht doch nicht dem Fakt, dass es in jedem Genre Bands gibt, die gute oder sogar herausragende Songs schreiben, und solche, die nur tausendfach Gehörtes aufwärmen. Auf „Interstellar Madness“ beweisen MOONLIGHT HAZE meiner Meinung nach, dass sie nicht zu der zweiten Kategorie gehören. Tatsächlich finde ich, dass das titelgebende „Interstellar Madness“ der schwächste Song der EP ist, denn hier rockt die Band auf den ausgetretenen Symphonic Metal Pfaden und Chiara Tricarico erklimmt die Opernbühne.
Im Vergleich zu Alben wie „Lunaris“ und „Animus“ haben sich MOONLIGHT HAZE auf „Interstellar Madness“ zwar stilistisch nicht großartig verändert, doch das Songwriting ist über weite Strecken stärker, der Sound kompakter und druckvoller und die Melodien noch eingängiger. Insofern komme ich zu einem ganz anderen Ergebnis als der Rock Hard Kollege: MOONLIGHT HAZE unterstreichen mit „Interstellar Madness“ nicht ihre eigene Belanglosigkeit, sondern ganz im Gegenteil die Tatsache, dass sie immer dann am stärksten sind, wenn sie mehr Melodic Metal spielen und weniger symphonisch agieren. Wer zuhause schon mal RHAPSODY und AVANTASIA gleichzeitig abgespielt hat, weiß, was ihn auf „Interstellar Madness“ erwartet.
Wer sich die optisch schöne Vinyl-Version sichern möchte, der sollte sich jedoch ranhalten und zudem Preise vergleichen.
MOONLIGHT HAZE - Moonlight Legion (Official Video)