Vor gut 20 Jahren erblickte das musikalische Projekt Puscifer das Licht der Welt. Eine Übersetzung für den Bandnamen gibt es nicht. Maynard James Keenan spielte in der ersten Episode der Comedy-Serie Mr. Show das Bandmitglied der fiktiven Band Prucifer. Danny Lohner [Nine Inch Nails] sowie Tim Commerford und Brad Wilk [Rage Against The Machine] wirkten anfangs an dem Projekt mit. Bislang wurden vier Alben produziert, Anfang Februar 2026 ist nun Platte Nr. 5 veröffentlicht worden. Und das besprechen wir an dieser Stelle.
Ich denke, dass es gut ist, mit einem Zitat Carina Rounds einzusteigen: "Wir entscheiden uns für Erkundung statt Konvention und vertrauen auf das Unerwartete."
Was wäre aus Maynard James Keenan geworden, wenn der die Militärakedemie West Point nicht zugunsten der Musik verlassen hätte? Wahrscheinlich ein sehr unorthodoxer und unkonventioneller militärischer Führer. Meine erste musikalische Berührung mit ihm war im Jahr 2000, als A Perfect Circle mit Mer De Noms debütierten. Im Jahr 2001 wagte ich mich an Tools Lateralus, 2019 an Fear Inuculum. Ich bevorzuge A Perfect Circle vor Tool. Zu Tool muss ich Lust haben, A Perfect Circle kann ich jederzeit auf die Ohren bekommen.
Insofern war ich sehr neugierig, was sich musikalisch hinter Prucifer verbirgt.
Generell fällt mir beim Album die Beat-/Schlagzeugvordergründigkeit auf. Es ist wirklich wahrlich unkonventionell, für mich aber nicht wie im Falle nicht weniger unkonventionellen Band Car Bomb begeisternd, sondern die Songs des Albums Normal Isn't inspirieren mich überhaupt nicht. Wobei, allenfalls die beiden Lieder The Quiet Parts und Pendulum bedingen bei mir positive Assoziationen zu Depeche Mode. Der Rest ist mir zu experimentell-künstlerisch, zu betont Anders-sein-wollend.
Fazit: Mein Erkundungsergebnis ist, dass mir konventionellere Musik mit Beteiligung Maynard James Keenans mehr liegt. Der Albumtitel sagt es ja selbst schon: Normal isn't.