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Sylosis - The New Flesh

VÖ: 20. Februar 2026   •   Label  Nuclear Blast
Mit SYLOSIS habe ich mich in den letzten Jahren wirklich wenig bis gar nicht beschäftigt. Die Band war zwar immer auf meinem Radar, aber so richtig eingetaucht bin ich nie. Dies ist doppelt verwerflich, da man seit dem Debüt bereits seit 2008 in Metalhausen unterwegs ist! Schande über mein Haupt! Dies wird dann auch sogleich „bestraft“, wenn man „The New Flesh“ zum ersten Mal abspielt. Elf Versohlungen und eine „Streicheleinheit“ später weiß man dann gar nicht so recht, welcher Zug einen gerade überrollt hat. Ich habe selten ein Album erlebt, vor allem in den letzten Jahren, bei dem ich im wahrsten Sinne des Wortes mit offenem Mund dagesessen habe. Was hier gezaubert und abgerissen wird, ist absolutes Top-Level. Ein wahrer Wirbelsturm an Riffs, den Mastermind Josh Middleton über die Saiten flitzen lässt. Aber der Reihe nach!
The New Flesh" erinnert mich an Skinlab's „Disembody: The New Flesh", falls die Band noch jemand kennen sollte. Und der Vergleich liegt auch klanglich vor. Das hier ist kein Metalcore, sondern astreiner Neo-Thrash, Metal des 21. Jahrhunderts, am Puls der Zeit.

Steigen wir ein:
Beneath The Surface“ sprintet los, als gäbe es kein Morgen. Schöne Doublebass-Attacke, in Growls runterfahrende Screams. Starker Refrain, Tempiwechsel, Moshparts. Andere Bands machen aus den hier enthaltenen Zutaten drei Songs. Wuchtig türmt sich „Erased“, Song Nummer Zwei auf, der bereits seine Runden auf Spotify und Co. dreht, in einen melodischen Refrain gleitet, um anschließend im Galopp weiterzubrettern und Punches zu setzen. Machine Head würden für so einen Song heuer betteln. Zweiter Song, erster krasser Ohrwurm. Check. „All Glory, No Valour“ erinnert vom Titel und den Growls an Bolt Thrower, der Song ist erneut im Uptempo gehalten, man merkt, die Jungs sind hungrig! Blastbeats und Tempiwechsel auch hier. Mann, macht dieses Album Dampf und Spaß! Gangshouts, Breakdown, ein Moshpart, Slayer-Riffing, Crowbar-SlowMo-Core, alles da! Mit „Lacerations“ folgt der Über-Ohrwurm. Wahnsinn, der Song lässt einen nicht los. Einmal gehört, hat einen der Refrain, der mich sehr an Machine Head's „The Burning Red"-Phase erinnert. Chapeau! Zudem beweisen SYLOSIS nicht nur hier, dass sie Meister der Dynamiken sind. Was für ein ausgewogenes Wechselspiel aus Melodie und Härte. „Mirror, Mirror“ beginnt lauernd und legt dann auch amtlich los. Workout-Musik auf dem „Dicker Oberarm“-Highway. Auch hier wieder Machine Head-Parallelen. Aber nie abgekupfert, eher eine zeitgemäße V2.0. Und auch hier ein Moshpart par Excellence. „Spared From The Guillotine“ beginnt mit einem Death Metal-Part und ist generell sehr kernig und brutal gehalten, gleitet dann aber in den Hardcore ab, Erinnerungen an Strife werden wach. Oder Slipknot („The Heretic Anthem“). Das epische „Adorn My Throne“ liefert eine schöne Jekyll and Hyde Vocal-Schlacht. Melodischer Gesang trifft Growls und Screams, der Song changiert zwischen Black Metal und melodischem Solo-Part, mit Stakkato-Backpfeifen am Ende. „Everywhere At Once“ ist eine stimmungsvolle Halbballade mit Akustik-Gitarre. Josh zeigt hier neben seinem Gitarrentalent auch, was für eine ausdrucksstarke Stimme er hat.

Ich habe jetzt bewusst nicht alle Songs analysiert, damit ihr auch noch etwas zum Entdecken habt. Und das gibt es hier zuhauf. Man ist geneigt, das Album sofort wieder abzuspielen, sosehr packt einen das Material und die Spielfreude. Für mich die Entdeckung des Jahres und ein Anwärter auf die Top20, wenn nicht sogar Top10 aus 2026. Für Fans der genannten Bands und Acts wie Lamb Of God oder Trivium. Wobei beide Bands gegen diese Wut und Wucht einpacken können.

Ich gebe 13 von 15 Punkten, mal gucken, wie sich das Album in der Langzeitwirkung schlägt.
 
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