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Textures - Genotype

VÖ: 23. Januar 2026   •   Label  Kscope
Textures sind eine Progressive Metal Band aus dem niederländischen Tilburg, ja, der Stadt, in der Leprous ihr letztes Livealbum aufnahmen. Gegründet wurden sie 2001, 2018 waren sie aufgelöst, 2016 hatten sie noch ihr fünftes Studiowerk Phenotype auf den Markt gebracht. Ende 2023 riefen sie ihre Wiederkehr für das Folgejahr aus, auf den Tag genau fast zwei Jahre später kündigten sie das Album Genotype für Januar 2026. Und da sind wir nun. 
Textures haben für ihre Rückkehr eine neue Labelheimat mit Kscope gefunden, für das Progressive Rock und Metal Genre eine sehr gute Wahl. Und sie passen mit der Typographie ihres Logos sehr gut zu den Labelkollegen TesseracT. Im Begleitschreiben heißt es, dass die Auflösung das Ende einer Ära für den Progressive Metal bedeutet habe und ihre Abwesenheit weltweit spürbar gewesen sei bei Fans, bei Weggefährten und innerhalb einer Szene. Ja? Wird da nicht etwas zu dick aufgetragen? Persönlicher Gedanke: Textures? Never heard of her! Vergangenheit ist Vergangenheit. Genotype wird nun nicht als Fortsetzung Phenotypes bewertet, sondern als eine Wiedergeburt der Band. Nun könnte der Semantiker sagen: Sollte der Genotyp nicht vor dem Phänotyp zu betrachten ist, da der Genotyp nun die gesamte genetische Anlage eines Lebewesens (DNS) beschreibt, während der Phänotyp die äußere Manifestation beschreibt, die aus der genetischen Anlage sowie Umweltfaktoren bedingt wird (z. B. UV Einwirkung auf die Haut). Als ich mir das Album erstmalig reinzog, war ich auf einer 600 km langen Autofahrt, die um 0530 begann. Shuffle aus, dafür chronologisches Abspielen. Bei Abfahrt war es noch dunkel, dennoch war der Opener Void sofort in der Lage, sich zu einem der Highlights des Albums zu entwickeln, dieses Instrumental. Vor allen Dingen, weil es mit Fahrtverlauf dann besonders wirkungsvoll wurde, als im Osten über den hessisch-bayerischen Mittelgebirgshöhen der Rhön die Sonne aufging. Der perfekte Soundtrack zum Naturerlebnis Morgenröte. Das anschließende Duett mit der ehem. Delainsängerin Charlotte Wessels zeigt einmal mehr die Klasse der niederländischen Sängerinnen im Rock/Metal Genre: Anneke van Giersbergen, Sharon den Adel, Floor Jansen und auch Charlotte Wessel. Und ich hatte vor dem Anhören den Begleittext nicht einmal kursorisch erfasst, ich dachte nur: Hm, die Stimme kennst Du. Und dann beim Blick in die Email am Zielort: Ach, ja, stimmt, Delain. 
Die Stimmfarbe des Sängers erinnert mich an eine Mische aus Jürgen Plangger [A Life Divided, Eisbrecher] und eine Spur Stephan Musiol [aka Dero Goi, ex-Oomph!], der Backgroundgesang an Killswitch Engage. Und das meine ich nicht einmal als negative Kritik. Der Bandsound ist dicht, aber nie überkomprimiert. Der Song Vanishing Twin beginnt mehrstimmig a capella und wird dann sehr dominiert vom Drumming auf Bassdrum und Standtom. Während die anderen Songs sofort bei mir zündeten, brauchte dieser Titel Gewöhnung. Er hat ein wenig den Spirit des Boléros Maurice Ravels mit dem Aufbau einer Klimax und Kulmination. Mit den Shouts hat er auch ein paar Killswitch Engage/Times Of Grace Gene abbekommen. 
Persönlich kann ich bei Textures nun nicht von Wiedergeburt sprechen, sondern eher von Geburt. Die Songs - Phänotyp - sind fesselnd dynamisch und sehr gut arrangiert, der Bandsound ist voluminös, aber nicht erdrückend, sondern er lässt den Rezipienten Platz zum Entdecken der einzeln Spuren von Gitarren, Bass, Schlagzeug, Tasten, Gesang. 

Was bleibt am Schluss außer zu sagen, kauft das Album?    
 

At The Edge Of Winter [Feat. Charlotte Wessel]
 
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