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Lineup
Recording Artists on Another Nail In The Coffin:
Dag Finn - Lead Vocals
Erik Mårtensson - Guitars, Bass and Backing Vocals
Thomas Broman - Drums
Jonas Öijvall - Keys
Thomas Vikström - Backing Vocals
Guests:
Linnéa Vikström of Thundermother
Produced and mixed by Erik Mårtensson
Interviews
Nagel gerne - Dag Finn von Sha-Boom im Twilight-Interview
Anstatt den letzten Nagel in den Sarg zu schlagen, reißen wir vielleicht gerade den Deckel auf!
Nagel gerne - Dag Finn von Sha-Boom im Twilight-Interview
Dass SHA-BOOM-Mastermind Dag Finn noch lange nicht reif fürs Altenteil ist, hat der Schwede mit seinem Comeback-Album „Another Nail in The Coffin“ eindrucksvoll bewiesen. Mit neuer Mannschaft und jeder Menge Elan und Energie kehren SHA-BOOM nach 21 Jahren ins Rampenlicht des Hardrock-Zirkus zurück. Grund genug also, um mit Frontmann Dag über letzte Drinks, Vergangenes und Zukünftiges zu plaudern.
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Album. Für mich ist es das beste Album in der gesamten Sha-Boom-Diskografie. Beginnen wir mit der naheliegenden ersten Frage: Was hat euch dazu bewogen, 21 Jahre nach „The Race Is On“ (2005) zurückzukehren?
Zunächst einmal vielen Dank! Es bedeutet mir wirklich viel, das zu hören. Es gab eigentlich keinen großen Masterplan, SHA-BOOM nach 21 Jahren zurückzubringen. Vielmehr kamen einfach die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zusammen. Musik war schon immer ein riesiger Teil meines Lebens, und SHA-BOOM ist aus meinem Herzen eigentlich nie verschwunden.
Als die neuen Songs langsam Gestalt annahmen, vor allem durch die Zusammenarbeit mit Erik Mårtensson (u. a. ECLIPSE, NORDIC UNION, W.E.T.), hatten wir das Gefühl, dass da etwas wirklich Aufregendes entstand. Wir wollten kein Album machen, nur um der Nostalgie willen. Wenn SHA-BOOM zurückkommen sollte, dann mit Songs, die auch heute für sich allein bestehen können. Als wir hörten, was wir da erschufen, fiel die Entscheidung ziemlich leicht: SHA-BOOM war zurück.
Wie würdest du den Kids von heute die Musik von Sha-Boom beschreiben?
Melodic Rock mit großen Refrains, starken Melodien und jeder Menge Energie. SHA-BOOM hatte schon immer einen Fuß im Hardrock und den anderen in richtig melodischer Popmusik. Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der ein großartiger Refrain einfach alles war, und daran glaube ich noch immer.
Wenn du also auf fette Gitarren, Melodien, die du dir tatsächlich merken kannst, und Songs stehst, bei denen du im Auto am liebsten die Lautstärke aufdrehst, stehen die Chancen gut, dass du SHA-BOOM verstehen wirst.
Nenn es Melodic Rock, AOR, Pop-Rock oder wie auch immer du möchtest. Für uns sind es einfach Songs.
Nicht böse gemeint, aber Songs wie „Let's Party“ und „Fiiire“ klingen für mich irgendwie so, als wärt ihr euch nicht ganz sicher gewesen, ob ihr wie ABBA oder FOREIGNER klingen wolltet. Was sind die auffälligsten musikalischen Unterschiede zwischen „Another Nail...“ und euren bisherigen Veröffentlichungen?
Haha! Ehrlich gesagt ist „ABBA trifft Foreigner“ gar nicht die schlechteste Beschreibung, die ich je gehört habe!
SHA-BOOM hatte schon immer diese Kombination aus Popmelodien und Rockgitarren. Ich finde allerdings, dass Another Nail In The Coffin eine deutlich klarere eigene Identität hat.
Das neue Album ist härter, gitarrenlastiger und wahrscheinlich auch reifer, aber die Melodien spielen nach wie vor eine enorm wichtige Rolle. Wir wollten den Sound der alten Platten nicht einfach nachbilden. Unser Ziel war es, die DNA von SHA-BOOM beizubehalten und gleichzeitig ein Album zu machen, das klingt, als gehöre es ins Jahr 2026.
Natürlich spielt auch die Produktion dabei eine große Rolle. Sie hat einen modernen Druck, aber darunter hört man immer noch, woher wir kommen.
Für „The Race Is On“ habt ihr mit vielen verschiedenen Musikern zusammengearbeitet, zum Beispiel mit Ian Haugland (EUROPE) und Tommy Denander. Diesmal scheint es, als hättet ihr das Album mit einer festen Besetzung aufgenommen. Wie kam es dazu, und findest du, dass es gut funktioniert hat, alles mit denselben Leuten einzuspielen?
Ja, und ich denke, diese Kontinuität ist zu einer der Stärken des Albums geworden. Diesmal war Erik Mårtensson für Gitarren und Bass zuständig, Thomas Broman (u. a. JOHN NORUM, DOOGIE WHITE) saß am Schlagzeug und Jonas Öijvall (u.a. REMEDY, GRAND, THERION) spielte die Keyboards. Dazu kamen fantastische Backing Vocals von Thomas Vikström (u. a. BRAZEN ABBOT, THERION, STORMWIND), Rosalia Sairem (THERION) und Erik.
Die Zusammenarbeit mit einer konstanteren Gruppe von Musikern hat dem Album eine deutlich stärkere Identität verliehen. Anstatt dass jeder Song zu einem eigenen kleinen Projekt wird, fühlt es sich so an, als hätte eine Band gemeinsam ein Album aufgenommen. Und das sind alles Musiker der Weltklasse. Wenn man solche Leute an Bord hat, muss man die Dinge nicht unnötig kompliziert machen.
Warum habt ihr euch dafür entschieden, Linnéa Vikström (u. a. THUNDERMOTHER, DYNAZTY) bei „One More Drink for the Road“ als Gastsängerin einzusetzen? Ist das tatsächlich ein eigener Song von euch? Als ich den Titel zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich, es könnte sich um ein Cover des Leslie-West-Songs handeln.
Nein, es ist nicht der Song von Leslie West. Es ist ein eigener SHA-BOOM-Song. Linnéa Vikström passte einfach fantastisch zu diesem Stück. Sie hat eine unglaubliche Stimme, aber noch wichtiger ist, dass sie einem Song Persönlichkeit und Attitüde verleiht. Wir wollten nicht einfach nur eine Gastsängerin dabeihaben, um des Duetts willen. Es musste sich natürlich anfühlen und dem Song etwas hinzufügen. Genau das hat Linnéa geschafft. Die Chemie zwischen den Stimmen verleiht dem Stück eine zusätzliche Dimension, und wir sind äußerst zufrieden damit, wie es geworden ist.
Warum habt ihr das Album „Another Nail In The Coffin“ genannt? Das klingt, als wolltet ihr die Band gerade zu Grabe tragen.
Haha, ja, das kann man definitiv so interpretieren! Aber genau deshalb hat uns der Titel auch gefallen. Er hat etwas Ironisches. Nach einer so langen Pause unser Comeback-Album „Another Nail In The Coffin“ zu nennen, fühlte sich einfach sehr nach SHA-BOOM an.
Anstatt den letzten Nagel in den Sarg zu schlagen, reißen wir vielleicht gerade den Deckel auf! Und wenn man sich die Reaktionen auf das Album anschaut, glaube ich nicht, dass wir schon bereit für die Beerdigung sind.
Was steckt hinter „Walk (Far Away)“? Basiert der Song auf persönlichen Erfahrungen?
Wie bei vielen guten Songs stecken auch hier echte Gefühle dahinter. In „Walk (Far Away)“ geht es darum, an einen Punkt zu gelangen, an dem man erkennt, dass man manchmal nur etwas hinter sich lassen und nach vorne schauen kann. Das kann eine Beziehung sein, eine bestimmte Situation oder einfach ein Lebensabschnitt, der einem nicht mehr guttut.
Ich glaube, genau deshalb können sich so viele Menschen mit dem Song identifizieren. Man muss nicht genau wissen, was jede einzelne Zeile inspiriert hat. Man kann seine eigenen Erfahrungen in den Song hineinlegen. Und genau dann wird Musik in der Regel auch für den Zuhörer persönlich.
Als ich „Walk“ zum ersten Mal gehört habe, dachte ich sofort, dass mich der Song an Bands wie H.E.A.T. und ECLIPSE erinnert. Wie groß war Erik Mårtenssons Einfluss auf den Songwriting-Prozess und den Rest der Produktion? Ich würde sagen, dass einige Songs ganz eindeutig seine Handschrift tragen ...
Absolut – Eriks Handschrift ist auf dem gesamten Album zu erkennen, und darauf sind wir sehr stolz. Erik und ich haben den Großteil des Materials gemeinsam geschrieben. Außerdem hat er natürlich Gitarren und Bass gespielt und das Album produziert und abgemischt. Erik hat ein unglaubliches Gespür für Melodic-Rock. Er weiß, wie man etwas kraftvoll und modern klingen lässt, ohne dabei die Melodie aus den Augen zu verlieren. Natürlich werden Leute, die ECLIPSE und seine anderen Arbeiten kennen, einige Elemente seines Songwriting- und Produktionsstils wiedererkennen.
Aber es ging nie darum, SHA-BOOM wie ECLIPSE klingen zu lassen. Das Spannende war, Eriks musikalische Welt mit der DNA von SHA-BOOM zu verbinden. Ich brachte meine Geschichte, meine Stimme und meine Art, an Melodien heranzugehen, mit, während Erik seine Stärken einbrachte. Irgendwo in der Mitte fanden wir dann den Sound dieses Albums. Das ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe dafür, dass „Another Nail In The Coffin“ gleichzeitig vertraut und neu klingt.
Werden wir SHA-BOOM in naher Zukunft noch öfter hören und sehen?
Das ist auf jeden Fall der Plan! Nach einer so langen Pause waren die Reaktionen auf das neue Album fantastisch, und das hat uns noch mehr Motivation gegeben, weiterzumachen. Wir betrachten „Another Nail In The Coffin“ keineswegs als eine Art endgültigen Abschied. Ganz im Gegenteil. Solange wir Spaß an der Sache haben, die Songs da sind und die Leute SHA-BOOM weiterhin hören wollen, gibt es absolut keinen Grund aufzuhören. Also ja – steckt uns noch nicht in den Sarg!
Vielen Dank für die tollen Fragen und dafür, dass du das Album unterstützt!
Sha-Boom - One More Drink For The Road (Official Video)
Sha-Boom - Walk (Far Away) [Official Music Video]



