Eine sich im Wind wiegende Weide, grauer Himmel, ein paar Vögel ziehen einsam ihre Kreise. So in etwa müsste eine Filmszene aussehen, die mit der Musik von Avatarium unterlegt sein könnte.
Damit sind wir gleich bei einer der Stärken dieses Albums: Avatarium schaffen es, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Candlemass veröffentlichen ja momentan keine Alben mehr und beschränken sich auf Liveauftritte, daher hielt es Mastermind Leif Edling scheinbar für nötig, eine weitere Doom-Kapelle aus der Taufe zu heben. Der hervorstechendste Unterschied zu seinen anderen Bands ist sicherlich Sängerin Jennie-Ann Smith. Die junge Dame passt hervorragend zu den melancholischen Riffs und schwankt in ihrem Organ zwischen zerbrechlich und kraftvoll. Ganz starke Leistung! Ansonsten weiß Edling einfach, wie man diese Musik gekonnt in Szene setzt. Loben muss man auch die Performance von Gitarrist Marcus Jidell. Der Gute schwingt sich auf, Riffmeister Tony Iommi Konkurrenz zu machen. Kritik muss man sich vielleicht für die gleichförmigen Songs gefallen lassen, die auf hohem Niveau angesiedelt sind, aber eben auch keine Ausreißer nach oben zulassen.
Dennoch ist Avatarium ein wirklich gutes Album geworden, das wie die Faust aufs Auge in diese dunkle Jahreszeit passt.