Neun Studioalben, zahllose Singles und EPs sowie zwei Livealben: Das ist die bisherige Auslese von Marta Gabriel mit ihrer bisherigen Band CRYSTAL VIPER. Deren Ende zum Jahreswechsel kam für Außenstehende wohl doch überraschend. Mit LEATHERWITCH legt die polnische Powerfrau nun jedoch bereits ein neues Album vor.
Das Coverartwork erinnert durch die Farbgebung und die im Zentrum abgebildete Lederhexe irgendwie an WARLOCKs „Triumph & Agony“. Musikalisch hat Gabriel ihre Vorliebe für klassischen Hardrock und Heavy Metal zu einem betörenden Zaubertrank verrührt. Bei der Herstellung hat sie auf verschiedene mehr oder weniger bekannte Formeln aus dem Hexenbuch des Heavy Metal zurückgegriffen. So erinnert der starke Opener „Heroes And The Dice“ verschiedentlich an RUNNING WILD (vor allem im Intro). Dass das Album (je nach Format) Coverversionen von „Walls Of Jericho / Ride The Sky“ (CD) bzw. „Black Wind, Fire And Steel” (Vinyl) enthält passt da bestens ins Bild. Und neben SAXON oder WARLOCK zitiert Gabriel sich natürlich auch selbst. Denn wer CRYSTYL VIPER mochte, der wird auch mit LEATHERWITCH schnell warm werden. Langeweile kommt während der ca. 44 Minuten Spielzeit jedenfalls nicht auf.
Powerfrau Marta Gabriel, deren zweite Leidenschaft neben dem Heavy Metal ihre Pferde sind, hat auf „First Spell“ alle Instrumente selber eingespielt. Unterstützung gab es lediglich von Giuseppe Taormina, der u. a. bereits auf den letzten CRYSTAL VIPER Liveaufnahmen zu hören war und der nun die Sologitarre übernahm. Dennoch soll der Solo-Charakter offenbar nicht zu sehr in den Mittelpunkt gestellt werden, denn sonst hätte man ja auch einfach ein weiteres Album unter dem MARTA GABRIEL-Banner veröffentlichen können.
Der erste Zauberspruch der LEATHERWITCH wird die Metal-Welt nicht in ihren Grundfesten erschüttern, sorgt mit seinen gelungenen Kompositionen aber doch für kurzweilige Unterhaltung für alle Fans des traditionellen Heavy Metal. Insgesamt darf man LEATHERWITCH bzw. deren Inkarnation Marta Gabriel attestieren, mit „First Spell“ ein insgesamt rundes Debüt abgeliefert zu haben. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

