SLAUGHTERDAY beweisen, dass Old School Death Metal mehr sein kann als bloße Nachahmung!
Die deutschen Death Metal-Veteranen SLAUGHTERDAY kehren mit „Dread Emperor“ eindrucksvoll zurück und liefern ein Album ab, das die rohe Essenz des Old School Death Metal in seiner urtümlichsten Form zelebriert – ungeschliffen und perfekt auf den Punkt gebracht! Nach jahrelanger Präsenz in der Underground-Szene und fünf vorherigen starken Alben präsentiert das Duo aus Ostfriesland ein Werk, das sowohl Puristen als auch Kenner des Genres gleichermaßen begeistern dürfte.
SLAUGHTERDAY sind weit mehr als nur eine weitere Retro-Death-Metal-Combo, die einen auf Old School machen. Das 2010 in Leer gegründete Projekt vereint echte Szene-Kompetenz: Gitarrist Jens Finger, der von 1994 bis 2010 bei den Oldenburger Death Metal-Legenden OBSCENITY die Saiten malträtierte und heute auch bei den neuen Labelkollegen TEMPLE OF DREAD growlt, bildet zusammen mit Sänger und Schlagzeuger Bernd Reiners (u.a. BK 49) ein kraftvolles Duo, das den nordwestdeutschen Death Metal-Adel repräsentiert und für höchste Qualität stehen.
Diese geballte langjährige Erfahrung ist „Dread Emperor” in jeder Sekunde anzuhören. Das sechste Album des Duos ist wie schon erhofft, abermals als Nackenbrecher allererster Güte ausgefallen. Vor allem die Produktion überzeugt, „Dread Emperor“ bewegt sich bewusst zwischen moderner Klarheit und der charakteristischen Rohheit klassischer Death Metal-Produktionen der frühen 90er Jahre. Der Sound ist sowohl druckvoll als auch kompromisslos, ohne dabei in eine sterile Überproduktion zu verfallen. Hervorzuheben ist auch das präzise Schlagzeugspiel von Bernd, welches mitunter an AUTOPSY, DEATH und MASSACRE erinnert – jene alten Meister, deren rohen, morbiden Spirit SLAUGHTERDAY von Beginn an aufgesaugt und kanalisiert haben.
Musikalisch durchläuft das Album ein breites Spektrum: von zerstörerischen, schleppenden doomigen und schweren Passagen bis hin zu kalkulierten Ausbrüchen purer Brutalität und Leidenschaft. Bereits nach dem getragenden instrumentalen Opener „Enthroned“ geht es mit dem starken "Obliteration Crusade" geradewegs rasend in die Abgründe, immer durchbrochen von geschickt eingewobenen Tempiwechsel.
Besonders hervorzuheben sind außerdem vor allem die besagten langsameren, doomigen Parts, die bewusst und gekonnt Spannung aufbauen und selbige halten. Überragend ist beispielsweise der groovige an BOLT THROWER erinnernde Kracher „Astral Carnage“ zu nennen, der einen in den melodischen Mittelparts und durch unsterbliche Soli in weit entfernte Spähren entführt. Dazu kommt stets eine fast mühelose Balance zwischen brutaler Aggression und atmosphärischer Dichte (u.a. „Dread Emperor“ und „The Forsaken Ones“). Dabei immer präsent - Fingers überragende Gitarrenarbeit, die sowohl in den melodischen Leads als auch in den rhythmischen Strukturen mit Klasse und Erfahrung überzeugt. Bevor das PROTECTED Cover „Golem“ einen würdevollen Abschluss bildet, überzeugt noch der leicht crust-punkige Track „Dethroned“ (als Gegenpart zum Opener), der noch eine etwas andere Seite von SLAUGHTERDAY offenbart.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Dread Emperor” ein solides, handwerklich überzeugendes Death Metal-Album geworden ist, das sich nicht hinter den Global Playern des Genres verstecken muss. SLAUGHTERDAY beweisen erneut, dass Old School Death Metal mehr sein kann als bloße Nachahmung. Für Anhänger des klassischen Death Metals ist dieses Album essenziell. Es mag keine revolutionären neuen Wege beschreiten, doch das ist auch nicht sein Anspruch. Stattdessen perfektioniert es den typischen SLAUGHTERDAY-Stil mit seinem zeitgemäßen Old School Sound und Songs.
Das ostfriesische Duo zeigt mit „Dread Emperor“ somit, dass Death Metal nicht neu erfunden werden muss, um relevant zu sein. Er muss nur mit Leidenschaft, Präzision und einem Hauch kosmischen Wahnsinns gespielt werden!