Die Drei Fragezeichen – Das Geheimnis der sieben Palmen (239)
„Und immer wieder: Thomas Mann.“ Was nach dem Titel einer Ausstellung über den Schriftsteller Thomas Mann klingt, dient hier als ein Angelpunkt im Plot des neuesten Falls der Drei Fragezeichen. Nach mehreren Einbrüchen führt die Spur nach Seven Palms, dem Exil-Zuhause des deutschen Nobelpreisträgers Thomas Mann.
Was suchen die Einbrecher bei Mr. Lehmann und dessen Familie? Und in welchem Zusammenhang stehen die Lehmanns zu dem deutschen Schriftsteller Thomas Mann? Immerhin sind bei den Einbrüchen nicht nur alte Briefe entwendet worden, sondern auch ein sehr wertvolles Buch. Doch die Diebe scheinen auf der Suche nach einer noch wertvolleren Beute zu sein. Justus, Peter und Bob müssen zunächst die geheimen Botschaften aus den alten Briefen entschlüsseln, um den Fall lösen zu können. Wird sich am Ende tatsächlich das seit langem verschollene Manuskript der Buddenbrooks finden lassen? Und welche Rolle spielen die Literaturwissenschaftler Dr. Hayden, Wendell Larimer und Annabelle Fox? Sind sie Freund oder Feind? Am Ende kommt es zum Showdown in Manns ehemaligem Arbeitszimmer und das Manuskript scheint unwiederbringlich verloren.
Mit „Das Geheimnis der sieben Palmen“ eröffnet Marco Sonnleitner bzw. das Hörspielteam um André Minninger und Heikedine Körting auch der Armee von Deutschlehrerinnen den Zugang zu den Drei Fragezeichen, die bislang etwas abwertend die Nase rümpften, wenn es um die drei Juniordetektive ging. Die Hoffnung, dass sich auch die Jugend auf diesem Weg der deutschen Literatur annähern wird, halte ich für nicht sonderlich realistisch, da der Großteil der heutigen Schülerinnen und Schüler einer derartig massiven Ansammlung von Worten – zudem bildungssprachlichen – wie im Werk von Thomas Mann kaum mehr gewachsen sein dürfte. Doch vielleicht werde ich auch eines Besseren belehrt. Als Ausgangspunkt für einen spannenden Fall für die Drei Fragezeichen eignet sich das verschollene Manuskript Manns indes auf jeden Fall.
Wie verschiedentlich in letzter Zeit kann man hinsichtlich des Endes unterschiedlicher Auffassung sein. Der Weg dorthin ist aber in höchstem Maße unterhaltsam – und keine Angst, ein Literaturstudium ist auch für diesen Fall keine Voraussetzung, um der Handlung problemlos folgen zu können.

