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Grüßte der hiesige Fußballverein durch seine ebenso bodenständige wie auch erfrischende unerschrockene Spielweise zumindest zeitweise von der Spitze der Bundesliga, so schicken sich IN SANITY nun an, den Größen des modernen Metal das Fürchten zu lernen. Beeinflusst von Bands wie IN FLAMES, DARK TRANQUILITY, SOILWORK oder AT THE GATES haben sich die fünf Paderborner mit Haut und Haaren der Göteburger Schule des Genres verschrieben, allerdings nicht, um sie in traditioneller Reinform zu bewahren, sondern auch, um sie gepaart mit moderner Eingängigkeit fit für die Gegenwart zu machen.

Sind die Anspielungen auf die oben genannte Bands (im Besonderen auf IN FLAMES) vor allem im Hinblick auf die klassischen, old-schooligen Riffs mit den Händen greifbar, gehen IN SANITY in Bezug auf die eingängige Melodik doch ganz eigene Wege. Und das, was dieses Album zu einem ganz besonderen Opus macht, ist die Frische, Dynamik und Spielfreude, die einem aus jedem Ton aus den Boxen entgegendröhnt. Denn die Jungs haben noch richtig Biss.

Die Hipster-und Discount-Metaller unter den Musikredakteuren, um einmal den Kollegen Zwingelberg zu zitieren, werden jetzt sicherlich lamentieren, dass IN SANITY sich nicht genug von den Vorbildern gelöst haben oder neue Impulse für das Genre fehlen. Aber warum immer alles neu und anders gemacht werden muss, das konnte mir bisher noch niemand schlüssig erklären.

Zumal die Paderborner durchaus ihren genuin eigenen Sound entwickelt haben: die Vocals kommen überaus variabel daher, die Eingängigkeit geht ins Hymnische ('Word Unsaid'), ohne ins Kitschige und Überproduzierte abzudriften, und die Härte besticht durch das richtige Maß an Aggressivität und Brutalität ('Bloodline'). Darüber hinaus sorgen dosiert eingesetzte Keyboards eben doch für ein paar experimentelle Farbtupfer, die mitunter die Stimmung nachhaltig prägen können.

Kurz: IN SANITY haben mit "Gates Of Insanity" ein sehr gelungenes Album in der Tradition von Formationen wie IN FLAMES, SOILWORK und AT THE GATES erschaffen, das dem Denkmal des modernen Metal der Göteburger Schule einen neuen, zeitgemäßen und frischen Anstrich verleiht. Unbedingt reinhören und kaufen!

Kategorie

V.Ö.

11. Oktober 2014

Label

Eigenproduktion

Spielzeit

Tracklist

01. Open The Gates
02. Gates Of Insanity
03. Pain Of Despair
04. Dark Memories
05. Outburst In Ashes
06. Outside The Clouds
07. Words Unsaid
08. Bloodline
09. Humanity 2.0
10. Fear And Reason
11. These Connected Minds
12. Enduring Changes
13. Close Distance

Line Up

Erik Sollmann : Vocals
John Turner : Guitar
Grigoriy Golovanov: Gitarre
Andrey Astafiev: Bass
Richard Pahl : Drums

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