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Nachdem man zuletzt alte Songs („Under Satanae“) neu aufgenommen hatte, den aktuellen Zeitgeist und den Stempel der jetzigen Schaffensperiode der Band dort hat einfließen lassen, gibt es mit „Night Eternal“ endlich wieder neues Material von Moonspell auf die Ohren. Der mit „The Antidote“ eingeschlagene Prozess, der auf „Memorial“ konsequent weiterverfolgt wurde, findet heuer auf „Night Eternal“ seine Vollendung. Neun dunkle Kaliber, die ihres Gleichen suchen, hat man darauf zusammengeschmiedet. Los geht es mit „At Tragic Heights“, das mit seinem düsteren Refrain, sofort unheilvolle Stimmung aufkommen lässt. Untermalt ist dieser hymnenhafte Black Metal Song in bester Dimmu Borgir`scher Machart mit einem orientalischen Mystik Touch. Der Titel wäre echt mein Favorit für den nächsten Prince Of Persia Soundtrack, denn er würde dort wie die Faust aufs Auge passen. Jedenfalls schon mal ganz großes Kino. Darauf folgt mit „Night Eternal“ der Titeltrack. Dieser strahlt eine absolute Bedrohlichkeit aus, lässt den geneigten Hörer geradezu unruhig werden. Teils gibt man sich hier sehr geheimnisvoll, auf der anderen Seite stehen dem starke Gitarrensoli und bratende Stakkato Riffs gegenüber. „Shadow Sun“ wird durch gehauchte / geflüsterte Worte Fernandos eingeleitet, welche in einer brachialen Wutorgie mit Hasstiraden ähnlichen Vocals ausarten. Dabei wird der Spannungsbogen dazwischen immer wieder neu aufgebaut. „Scorpion Flower“ ist dann die erste Singleauskopplung und somit auch die Ballade der Platte. Nach schleppendem, fast doomigem Beginn bekommen wir schließlich ein herrliches Gesangsduett zwischen Fernando und Anneke Van Giersbergen (The Gathering) auf die Ohren. Bestechend neben den female Vocals ist hier sicherlich die ausdrucksstarke, klare Stimme des Moonspell Frontmanns. Alles in einem eine ganz starke Gothic Metal Perle. Mit „Moon in Mercury“ haben wir gleich den härtesten und aggressivsten Titel der Scheibe vor uns, einen flotten und Tempo treibenden Song mit harten Shouts. Parallelen zu Old Man´s Child sind hier nicht von der Hand zu weisen. Weiter geht’s mit dem nicht minder schnell beginnenden „Here Is The Twilight“, das zwischendurch zwar Luft zum Verschnaufen lässt, aber immer mal wieder am Gaspedal und Härtegrad schraubt. Ein bisschen Cradle Of Filth Flair liegt zu Weilen in der Luft. „Dreamless (Lucifer And Lilith)“ ist neben dem Titelsong das zweite Stück, das musikalisch ein wenig aus dem Raster fällt, doch dies ist sicherlich nicht negativ gemeint. Hier bekommt man herrlich jaulende Gitarren und die klare, dunkle Stimme Fernandos zu hören. Summa Sumarum ist dieses Teil mit seinem tollen Refrain fast eine reine Dark Wave / Gothic Nummer mit einem gewaltigen Pop Einschlag. Das charismatische „Spring Of Rage“ ist dann wieder eine Up Tempo Nummer mit sehr abgefahrenem Gitarrensound. Der Song kommt zwar langsam, aber gewaltig. Gipfeln tut die Scheibe dann schlussendlich in dem grandiosen „First Light“, welches sich von der ersten Sekunde an in mein Hirn brennt. Hier gibt es alles was das dunkle Herz erfreut: Gitarren, die Ihres Gleichen suchen, traumhafte weibliche Chöre und und und. Und vor allem versprüht das letzte Stück eine Intensität wie Emperors Meisterwerk „Into The Nightside Eclipse“. Moonspell haben beileibe immer glanzvolle, hervorragende Alben veröffentlicht, aber das Gefühl nach dem Lauschen dieser Klänge habe ich das letzte Mal zu seligen „Wolfheart“ und „Irreligious“ Zeiten verspürt. So dürften wohl die damaligen, beiden Erstwerke in der heutigen Zeit klingen, hätte man sie erst jetzt geschrieben und eingespielt. „Night Eternal“ ist ein nahezu in allen Belangen perfektes Machwerk schwärzester Klangeskunst, dessen Wurzeln ganz klar im Black Metal zu suchen und zu finden sind. Produktions- und soundtechnisch waren die Jungs eh immer erste Liga und sind es auch diesmal (Waldemar Sorychta / Tue Madsen), weshalb man auf solche Kleinigkeiten bei den Südeuropäern gar nicht weiter eingehen muss. Das Album wird echt bei jedem Hören eh nur noch besser als es eh schon ist. Bis jetzt ganz klar mit das Beste, was ich dieses Jahr gehört habe. Anspieltipps: „At Tragic Heights“, „Night Eternal“, „Shadow Sun“, „First Light“, ..ach, eigentlich alles. Klare Kaufpflicht!

Kategorie

V.Ö.

16. Mai 2008

Label

SPV / Steamhammer

Spielzeit

Tracklist

Line Up

Tags


Bewertung

1

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