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Dass PRONG live noch lange nicht zum alten Eisen gehören haben sie vor Kurzem im Musikzentrum Hannover bewiesen. Nun legen sie auch auf Konserve nach.

Auf dem Konzert gab es einen Vorgeschmack auf das neue Album, der die Vorfreude ankurbelte. PRONG machen es mir nicht leicht, das ist wie bei AC/DC oder DANKO JONES. Die Band um Tommy Victor hat ihren Stil gefunden und zelebriert ihn auf hohem Niveau. Was soll man da bei Album Nummer 13 noch Neues schreiben? Auch der Wechsel hinterm Schlagzeug hat kaum Auswirkungen auf den Sound der Band. Es ist für mich ein absoluter Pluspunkt, wenn man eine Band auch ohne Gesang sofort am Sound erkennt.
Fangen wir vorne an. ´State Of Emergency´ startet mit ´The Descent´ sehr knackig, der Track ist schnell und hat den typischen PRONG-Groove. Beim Titeltrack geht das Trio dann etwas vom Gas, ohne an Druck einzubüßen. Das vorab veröffentlichte ´Breaking Point´ kann gerade zu Beginn nur bedingt bei mir punkten, dazu muss ich aber sagen, dass ich kein Freund von den hier exzessiv gespielten Obertönen bin. Die gehören aber seit langem zum PRONG-Sound und ansonsten spielt sie Tommy auf dem aktuellen Album nicht. Wie üblich gibt es mit Tracks wie ´Obeisance´ auch wieder Songs mit eher hymnischen Chorus und rhythmischen Strophen. Sehr gelungen ist noch die Liebeserklärung an Tommy‘s Heimat, ´Back (NYC)´, sollte jeden Pit in Wallung bringen. Zum Abschluss gibt es mit ´Working Man´ noch ein Rush Cover, das zunächst nah am Original ist und ab der Mitte ordentlich „verprongt“ wird. Cool. Ein wirklicher Ausfall findet sich nicht, lediglich zu ´Disconnected´ finde ich (passenderweise?) nicht so recht die Verbindung, schlecht ist der Track aber nicht. Leider gibt es auch nicht den absoluten Überhit wie PRONG ihn beispielsweise mit ´Power Of The Damager´ abgeliefert haben (warum der bei den letzten Touren nicht mehr auf der Setlist war, ist mir ein absolutes Rätsel).
Wie immer bei den Jungs stimmt die Produktion und auch die Aufmachung. Die CD kommt im schmucken Digipack und hat das Cover als Poster in LP-Größe an Bord – so soll es sein.

Es gibt Songs, die können auch 2023 so nur PRONG schreiben und sie fallen in einem Set gegen die damals kommerziell wesentlich erfolgreicheren Nummern nicht ab. Wer nun meint, er kennt den Sound ja und möchte mal was anderes von PRONG hören, dem lege ich die großartige erste ´Primitive Origins´ EP von 1987 ans Herz. Wenn ihr auch die schon habt, kauft halt ´State Of Emergency´, damit macht ihr keinesfalls was falsch. Buying PRONG is never wrong.

Kategorie

V.Ö.

06. Oktober 2023

Label

Steamhammer/SPV

Spielzeit

41:50

Tracklist

1. The Descent
2. State of Emergency
3. Breaking Point
4. Non-Existence
5. Light Turns Black
6. Who Told Me
7. Obeisance
8. Disconnected
9. Compliant
10. Back (NYC)
11. Working Man (Rush Cover)

Line Up

Tommy Victor - Vocals, Guitars
Jason Christopher - Bass
Griffin McCarthy - Drums

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Bewertung

1